Quelle: Cover und Bildzitate: Elstree Hill
Quelle: Cover und Bildzitate: Elstree Hill

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

SOS Coast Guard (1937)

Republic Pictures, Elstree Hill; gefilmt in s/w; Produktionsland: USA;

Länge: 224 Minuten in 12 Episoden à ca. 15 bis 30 Minuten, Sprache: Englisch

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Darsteller Spalte 2
Ralph Byrd als Lt. Terry Kent Regie: Alan James, William Witney
Bela Lugosi als Boroff Produzent: Sol C. Siegel
Maxine Doyle als Jean Norman Drehbuch: F. Adreon, M. Cox, R. Davidson u.a.
Richard Alexander als Thorg Kamera: William Nobles
 Lee Ford als Snapper McGee  Schnitt: Helene Turner, Edward Todd
Lawrence Grant als Rabinisi Musik: Raoul Kraushaar

Besprechung:

Inhalt:
Die Regierung des Schurkenstaates Marovania hat den bösen Wissenschaftler Boroff für sich gewonnen. Der hat ein Desintegrationsgas entwickelt, dass Materie auflösen und so unvorstellbare Schäden verursachen kann. Als Boroff seine Erfindung nach einer Demonstration über das Meer nach Marovania schmuggeln will, sinkt der Dampfer „Carfax“. Boroff und seine Bande versuchen mit allen Mitteln, das Gas zu bergen. Doch sie haben die Rechnung ohne die Küstenwache, die Coast Guard und Lt. Terry Kent gemacht. Zusammen mit Jean und dem Fotografen Snapper McGee lässt er nichts unversucht, um an das gefährliche Gut zu gelangen. Sein Ziel, es der US Regierung zu übergeben, rückt jedoch in weite Ferne. Denn es entbrennt ein Kampf auf Leben und Tod, aus dem nur ein Sieger hervorgehen kann...


Fazit:

Es ist schon ein Weilchen her, dass ich ein weiteres Serial meiner Sammlung vorgestellt habe. Wie das so als Betreiber und einziger Autor dieser Webseite ist, kamen immer andere Projekte dazwischen. Mit SOS Coast Guard möchte ich nun diesen losen Faden erneut aufnehmen. Oberflächlich betrachtet handelt es sich bei dieser Rebublic Produktion aus dem Jahr 1936 erst einmal um kein besonders auffälliges Werk. Das ändert sich jedoch, wenn man sich erstens die Zeit nimmt, alle 12 Teile wirklich anzuschauen und zweitens zu recherchieren, wer da so mitspielt.

Ralph Byrd, der hier in der Heldenrolle des Lt. Terry Kent agiert, war ein Allround Talent, der es als Serial Star zu verdientem Ruhm brachte. Das hier besprochene Werk war so erfolgreich, dass Byrd im Folgejahr von Republic Pictures als Dick Tracy gecastet wurde. Die Figur des harten Detektivs wurde wiederum so beliebt, dass vier weitere Produktionen folgten. 1952 starb der Mime mit nur 43 Jahren. Seine Partnerin war die US-amerikanische Schauspielerin Maxine Doyle, die zwischen 1936 und 1944 in mehr als 40 Produktionen des Coast Guard Herstellers mitwirkte und so einen recht hohen Bekanntheitsgrad erlangte, ähnlich wie TV Stars heute.

Mit dem bereits zu Stummfilmzeiten aktiven heutigen Kultstar Bela Lugosi angelte man sich einen bereits in den 30er Jahren beliebten Bösewicht. Bis 1936 hatte das Schurkengesicht par excellence bereits in mehr als 60 Produktionen mitgewirkt, dem bis zu seinem Tod im Jahr 1956 mehr als drei Dutzend weitere folgen sollten. Allerdings verblasste sein Ruhm bereits Mitte der 40er Jahre, als das Horrorgenre, sein angestammtes Hauptbetätigungsfeld, an Beliebtheit verlor. Es folgte der Alkohol und mit ihm die Sucht. Der letzte Film, in dem der Star zu sehen ist, ist übrigens der nicht minder kultige Plan 9 from Outer Space von John Wood, mit dem Lugosi seit Mitte der 50er Jahre gemeinsam B-Movies produzierte. Obwohl drei Jahre nach seinem Tod entstanden, ließ es sich Wood nicht nehmen, einige Szenen in den Film zu schneiden, die er spontan mit Bela Lugosi aufgenommen hatte.

 

Abgesehen von den Akteuren, fällt dieser Episodenfilm noch durch seine zahlreichen hervorragenden Stunts auf. Unterwasserkämpfe, wilde Verfolgungsjagden mit Auto und Motorrad, wüste Prügeleien und Schießerei ohne Ende, die den Profis jener Tage wohl eine ganze Menge abverlangt haben müssen. Kurz: es gibt eine ganze Menge Action, die ich auch heute noch sehenswert finde, zumindest, wenn man sich für altes Filmmaterial begeistern kann. All das ist in einen typischen Serial-Plot eingebunden, in dem es um einen Mad Scientist geht, der mit seiner teuflischen Erfindung  mittels Erpressung die Weltherrschaft an sich reißen will. Episode für Episode kämpft sich der Held durch die Geschichte, um am Ende den ganzen Planeten zu retten, das Herz der schönen Begleiterin zu gewinnen und Ruhm und Ehre einzuheimsen. Schön finde ich hier das maritime Thema, dass von den Produzenten relativ viel Tricktechnik erforderte. Die wurde für das geringe Budget von gerade einmal rund 100000 Dollar, also die üblichen Produktionskosten für ein Serial, wirklich gut umgesetzt. Von Miniaturen in Wasserbassins, über Projektionen und Pyrotechnik wurde alles eingesetzt, was die damalige Trickkiste zu bieten hatte.

 

Im Wust dieser alten und leider ausgestorbenen Unterhaltungsform würde ich SOS Coast Guard durchaus zu den besseren Vertretern seiner Zunft zählen, wenn auch sicherlich nicht zu den Besten. Spaß macht der Film aber allemal.

persönliche Bewertung: 4/6